Jan-Philipp Sendker: Die Akiko-Reihe im ultimativen Check – Muss man „Akikos stilles Glück“ vor „Akikos lange Reise“ gelesen haben? (2026)

Vielleicht hast du auf Instagram oder in einer Buchbesprechung etwas über den Roman „Akikos lange Reise“ von Jan-Philipp Sendker gelesen, der im Februar 2026 erschienen ist. Oder du hast das Buch gekauft oder geschenkt bekommen und danach festgestellt: Ups, das ist ja der zweite Teil einer Reihe. Als ersten Band gibt es nämlich schon seit September 2024 „Akikos stilles Glück“. Und jetzt stellst du dir die Frage: Kann man direkt mit dem neuen Buch einsteigen oder muss man die Reihenfolge beim Lesen zwingend einhalten?

Ich habe beide Romane von Jan-Philipp Sendker gelesen und möchte dir hier einen Überblick darüber geben, was dich in der Welt von Akiko erwartet und wie die beiden Bücher zusammenhängen.



Band 1: Akikos stilles Glück – Der Anfang einer Suche nach sich selbst

Buchcover Jan-Philipp Sendker Akikos stilles Glück
Copyright: Blessing Verlag

In „Akikos stilles Glück“ lernen wir die 29-jährige Akiko kennen, die allein in Tokio lebt. Sie ist selbstgewählt Single und denkt maximal darüber nach, sich selbst zu heiraten – ein Trend, der in Japan aktuell tatsächlich existiert. Ihr Leben gerät jedoch in Bewegung, als sie ihren Schulfreund Kento wiedertrifft.

Kento gehört zu den sogenannten „Hikikomori“ – Menschen, die sich fast vollständig aus der Gesellschaft zurückziehen und kaum das Haus verlassen. Er stellt Akiko die essenzielle Frage: „Kennst du dich, und vor allem – magst du dich eigentlich?“ . Parallel dazu entdeckt Akiko ein Geheimnis ihrer verstorbenen Mutter, das ihre Sicht auf ihre eigene Vergangenheit und Identität komplett verändert.

„Akikos stilles Glück“ ist ein – passend zum Titel – sehr ruhig erzählter Roman über Sinnsuche, Freundschaft, Respekt und das Leben von Menschen, die nicht so richtig in die Gesellschaft passen. Auf behutsame Weise nähern Akiko und Kento sich nach vielen Jahren der Trennung wieder an. Das ist einfühlsam und, wie die ganze Geschichte, sehr „japanisch“ erzählt – obwohl der Roman von einem deutschen Autor stammt. Für mich war dieses Buch ein echtes Highlight!

Band 2: Akikos lange Reise – Eine konsequente Weiterentwicklung

Buchcover Jan-Philipp Sendker Akikos lange Reise
Copyright: Blessing Verlag

Der gerade erschienene zweite Teil, „Akikos lange Reise“, knüpft nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängerbands an. Die Reise ist hier eher sinnbildlich als wörtlich zu verstehen: Akiko hat zum einen eine große und lange fällige Veränderung gewagt und sucht zum zweiten nach ihren Wurzeln, um weiter dem von ihrer Mutter gewobenen Geheimnis näherzukommen.

Auch ihre Freundschaft zu Kento verändert sich leise, so wie Kento selbst beginnt, seine Komfortzone zu verlassen. Damit ist „Akikos lange Reise“ keineswegs nur ein Aufguss der Motive aus dem vorherigen Band, sondern eine konsequente Weiterentwicklung der liebenswerten Protagonistin und ihrer Beziehungen zu ihrer Vergangenheit und den Menschen aus ihrem Umfeld.

Der Vergleich: Muss man die Reihenfolge einhalten?

Nachdem ich beide Bände gelesen habe, lautet mein Fazit: Nein, man kann „Akikos lange Reise“ auch weitgehend unabhängig vom ersten Teil lesen.

  • Warum „Akikos lange Reise“ auch allein funktioniert: Sendker streut in diesem zweiten Teil die wichtigsten Eckpunkte aus der Vorgeschichte immer mal wieder an den passenden Stellen ein, sodass man dem Geschehen problemlos folgen kann und keine Verständnisschwierigkeiten haben sollte, auch wenn man den ersten Teil nicht kennt.
  • Warum die Reihenfolge trotzdem Sinn macht: Wer die emotionale Entwicklung von Akiko und vor allem die Annäherung zwischen ihr und Kento von Grund auf verstehen möchte, dem empfehle ich trotzdem, mit „Akikos stilles Glück“ zu beginnen. Die „lange Reise“ fühlt sich einfach noch tiefer an, wenn man Akikos Ausgangspunkt kennt. Und außerdem: Wer „Akikos stilles Glück“ nicht liest, verpasst ein wunderschönes Buch! (Und keine Angst: Die Rückblicke und Erklärungen zum Inhalt des ersten Bands gliedern sich im zweiten Band wirklich perfekt und sehr wohldosiert in die Story ein, sodass absolut kein Gefühl der Redundanz aufkommt, wenn man beide Bände in der richtigen Reihenfolge liest.)


Mein Fazit: Freundschaftliche Verbundenheit als roter Faden

Mir haben beide Teile der Akiko-Reihe gleich gut gefallen. Der zweite Band ist genauso stark wie der erste – und das ist eine Kunst. Wenn ich einen Punkt hervorheben müsste, der mich in beiden Teilen am tiefsten berührt hat, dann ist es die freundschaftliche Verbundenheit zwischen Akiko und Kento.

Es ist eine ganz besondere, leise Form der Nähe, die Jan-Philipp Sendker einfühlsam beschreibt. In einer lauten und herausfordernden Welt geben sich hier zwei Menschen Halt, die nicht perfekt in irgendwelche gesellschaftlichen Normen passen und das auch gar nicht wollen. Zu beobachten, wie sie versuchen, trotzdem ihren Platz in der Welt zu finden, hat mich sehr bewegt. Es ist kein lautes Drama, sondern ein tiefes Verständnis füreinander, das sich wie ein roter Faden durch beide Bände zieht.

Meine Empfehlung: Suche zusammen mit Akiko ihr stilles Glück und gehe dann mit ihr zusammen (weiter) auf ihre lange Reise!




Thalia
(*)


Kennst du schon einen der beiden Romane oder sogar beide, oder möchtest du sie jetzt lesen?
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Und: Hast du schon mal von dem japanischen Autor Haruki Murakami gehört und möchtest wissen, welches seiner Bücher du zuerst lesen solltest? Dann schau mal in diesen Blogartikel!

Sieh dich gerne auch weiter auf meinem Blog um und lass dich auf der Suche nach neuem Lesestoff von meinen Rezensionen inspirieren oder teste dein Wissen in meinem Literatur-Quiz. 🙂


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