Mariana Leky – Kummer aller Art (Rezension)

Buchcover Mariana Leky Kummer aller Art
(Copyright: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG)

Erscheinungsdatum: 19.07.2022
(DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG, 176 Seiten, ISBN 3832182160)

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Inhalt

Vielen Leser*innen dürfte Mariana Leky vor allem durch ihr bisher erfolgreichstes Werk „Was man von hier aus sehen kann“ bekannt sein. „Kummer aller Art“ ist eine Sammlung ihrer Kolumnen, die zuerst in der Zeitschrift „Psychologie heute“ veröffentlicht wurden. 39 sind es an der Zahl, jede nur etwa 4 Seiten lang. Es sind Alltagsbeobachtungen, eigene Erfahrungen der Autorin, die aus einer Familie stammt, die zahlreiche Psychotherapeut*innen hervorgebracht hat – allen voran „Onkel Ulrich“, der gleich mehrfach erwähnt wird -, Erlebnisse von und mit Freund*innen und Nachbar*innen. Und oft, aber nicht immer, spielt tatsächlich „Kummer aller Art“ eine Rolle: mal mehr, mal weniger dramatischer Art, vom Teenie-Liebeskummer bis hin zur Angst vor dem Tod.

Meine Meinung

Mariana Leky und ich haben zwei grundlegende Dinge gemeinsam: Wir haben beide an der Universität Hildesheim studiert, und wir sind beide große Fans der norwegischen Band a-ha. Letzteres habe ich erst aus diesem Buch erfahren, und natürlich ist deshalb die Kolumne „Sternenhafte Unerreichbarkeit“, in der es um ihre jugendliche Liebe zu dem Sänger Morten Harket geht, meine Lieblingsgeschichte. 😉

Und ja, das mit den „grundlegenden Gemeinsamkeiten“ meine ich durchaus ernst, denn vielleicht erklärt zumindest die zweite tatsächlich, warum mir ihr Schreibstil und das, was er mir über sie als Person auszusagen scheint, so unglaublich sympathisch ist: Schon oft in meinem Leben habe ich einen besonderen Draht zu anderen Menschen verspürt, die a-ha ebenfalls besonders mögen. (Mit einem dieser Menschen bin ich übrigens verheiratet, und die Band zeichnet in der Tat verantwortlich für unser Kennenlernen – aber das nur am Rande.)

Bevor es einigen nun zu esoterisch wird: Die in diesem Band versammelten Kolumnen sind geprägt vom Leky-typischen sanften und hintergründigen Humor, den ich sehr mag. Die behandelten Themen wie Flugangst, Angst vor dem Älterwerden, Probleme beim Meditieren (nein, das macht keinesfalls jede*n automatisch glücklich und beseelt!), Abschiede, aber auch Unsicherheiten beim Frischverliebtsein werden viele Leser*innen auf die eine oder Art aus ihrem eigenen Leben kennen, und das macht sie trotz der inhaltlichen Banalität (was keineswegs abwertend gemeint ist!) zu etwas Besonderem, weil jede*r beim Lesen unwillkürlich Parallelen zu eigenen Erfahrungen ziehen wird.

Lekys Nachbar*innen könnten die eigenen oder auch man selbst sein, so unspektakulär leben sie vor sich hin – aber genau diese unspektakulären Momente machen ja nun mal den Großteil des Lebens aus und haben oft trotzdem ihren eigenen Zauber, den man nur erkennen muss.

Feinsinnig und voller Wärme und Empathie beobachtet Leky ihre Mitmenschen, agiert selbst manchmal unsicher und tritt andererseits manchmal voller Überzeugung für sich ein – ganz so wie wir alle wahrscheinlich mal, nur können es die meisten nicht so schön in Worte fassen.

In der gebotenen Kürze von Zeitschriftenkolumnen werden hier natürlich nur Momentaufnahmen präsentiert, keine Charakterstudien. Dennoch hat es mich gefreut, zum Beispiel den bereits erwähnten Onkel Ulrich gleich in mehreren Geschichten „wiederzutreffen“ wie einen lieben alten Bekannten.

So taucht man ein in einen kleinen Ausschnitt der Welt von Mariana Leky, die meiner eigenen hier und da – auch über die Vorliebe für a-ha hinaus – gar nicht so unähnlich zu sein scheint. Die meisten Geschichten haben mir deshalb sehr gut gefallen. Dass mich nicht alle gleichermaßen ansprachen, liegt bei einer so großen Anzahl einzelner Texte in der Natur der Sache.

Thalia
(*)

Fazit

Wenn man Mariana Lekys Schreibstil so sehr mag wie ich, verleitet diese Sammlung dazu, die einzelnen Kolumnen einfach hintereinander weg zu lesen – leider, muss ich im Nachhinein sagen. Wer die nötige Geduld mitbringt, dem/der sei empfohlen, sie sich einzuteilen – zum Beispiel jeden Abend eine (oder zwei …) als Gute-Nacht-Geschichte. 😉 Ich für meinen Teil werde sie wahrscheinlich noch einmal auf diese Art lesen. In unserer schnelllebigen Zeit kann es nur gut tun, auch mal Tempo rauszunehmen – genauso wie in diesen herzerwärmenden Geschichten mitten aus dem Leben.

Bewertung

(Danke an DuMont Buchverlag und Netgalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Keine weitere Vergütung erhalten.)

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